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Buchrezension: Thinking in Systems: A Primer von Donella H. Meadows

Das Buch Thinking in Systems: A Primer* von Donella H. Meadows gibt eine Einführung in das Systems Thinking.


Es zeigt, wie man reale oder abstrakte Gebilde als ein System beschreiben kann, in dem sich die einzelnen Komponenten gegenseitig beeinflussen können, sowie auch die Einflüsse von und auf andere Gebilde. Die Abbildung als System lässt sich dabei auf vielen verschiedenen Gebieten anwenden, wie z. B. Technik, Ökonomie, Biologie, etc.

Im ersten Teil des Buches zeigt die Autorin die grundlegenden Typen von Systemen. Sie zeigt die verzögernde Wirkung von Reservoiren/Inventar/Lagern/Vorräten auf und stellt verschiedene Rückkopplungstypen vor (stabilisierend, positiv und negativ verstärkend, unterschiedliche Anzahl von Reservoiren). Als Beispiele dient unter anderem der Klassiker einer Temperatursteuerung für ein Haus über einen Temperaturfühler, gekoppelt mit einer Heizung und einer Kühlung, als auch der Bestellzyklus bei einem Autohändler, der verkaufte Autos so ersetzen möchte, dass er immer die nachgefragten Modelle vorrätig hat, aber auch keinen übermäßig hohen Lagerbestand hat.

Im zweiten Teil wird die Bedeutung der Resilienz (Widerstandsfähigkeit, Belastbarkeit), Selbstorganisation und der Hierarchie beleuchtet. Es wird zwischen linearen und nicht-linearen Systemen unterschieden sowie das Konzept der limitierenden Faktoren vorgestellt. In einem Kapitel werden die Fallen von Systemen, aber auch ihre Möglichkeiten behandelt, und zwar von solchen, in denen der Mensch agiert, beispielsweise der Rüstungswettlauf.

Der dritte Teil des Buches beschäftigt sich mit geeigneten Stellen, in ein System einzugreifen, z. B. zur Verringerung des Wirtschaftswachstums.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Durch die Darstellung von bekannten Sachverhalten als System, z. B. die Verzinsung von Kapital oder die Eskalation von Meinungsverschiedenheiten, hat sich mir eine neue Perspektive eröffnet. Ich hatte zwar schon vor langer Zeit etwas über Systeme und Regelkreise gelernt, doch im Alltag nicht angewendet. Das Buch könnte mich dazu anregen, zukünftig bei Aufgaben und Probleme auch einmal die “Systembrille” aufzuziehen und mir so einen neuen Zugang zu Sachverhalten zu ermöglichen.




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