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Buchrezension: A Factory of One von Daniel Markovitz

Das Buch A Factory of One* von Dan Markovitz beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung von Lean-Prinzipien und -techniken auf den eigenen Arbeitsplatz

Den Anfang macht dabei die wichtige Frage, was überhaupt die eigenen Arbeitsaufgaben sind. Diese werden anhand einer Customer Value Map dargestellt. Darauf aufbauend, führt der Autor dann die Begriffe der wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten und – natürlich – der Verschwendung ein. Er erläutert die Bedeutung des Gemba, also den Ort, an dem die tatsächliche Arbeit geleistet wird, im Rahmen der Lean-Philosophie und gibt dem Wissensarbeiter gleich die Aufgabe, an seinem Gemba, üblicherweise dem Schreibtisch, seine Zeitverwendung zu protokollieren.

Im Anschluss wird das 5S-Konzept vorgestellt und sehr praxisnah auf einen Büro-Arbeitsplatz angewendet. Markovitz macht deutlich, dass es dabei nicht um das Aufräumen um des Aufräumens Willen geht, sondern dass 5S tiefergehende Ziele verfolgt.

Das nächste Kapitel widmet sich der Herstellung des Arbeitsflusses (Flow). Hier geht es um die leidigen Themen dauernde Unterbrechungen, Multitasking und darum, für wiederkehrende Arbeiten Standardprozesse zu definieren, z. B. für die Behandlung des E-Mail-Eingangs. Der Autor führt hier auch die von Toyota stammende Metapher vom “Absenken des Wasserspiegels” ein und argumentiert, dass die Ressourcenknappheit (vor allem: Zeitknappheit) erst die Potentiale für Verbesserungen der persönlichen Arbeitsabläufe aufzeigt. In diesem Kapitel werden auch Checklisten als Hilfsmittel zur Standardisierung der Arbeit eingeführt.

Das fünfte Kapitel behandelt die Visualisierung der Arbeit und stellt unter anderem Schattenbretter (Shadow Boards) und Kanban Boards vor. Der Kalender wird hier ebenfalls aus der Perspektive des Kanban Boards vorgestellt, denn der Autor argumentiert, dass ein Termin im Kalender quasi ein Pull-Signal für die Erledigung einer bestimmten Arbeit darstellt.

Das Kapitel sechs stellt standardisierte Arbeit, den PDCA-Zyklus und Techniken zur Problemlösung (Five Whys und A3) vor. Es werden einige A3-Beispiele gezeigt, die sehr praxisnah für den Büroarbeiter sind.

Das siebte Kapitel rundet schließlich das Buch ab und enthält aus meiner Sicht als wichtigste Botschaft, dass man seine eigenen Arbeitsabläufe “leanen” kann und soll, auch wenn das Arbeitsumfeld ansonsten nicht “Lean-freundlich” ist.

Das 177 Seiten umfassende Buch ist in einem sehr angenehmen Stil geschrieben und lässt sich zügig durchlesen. Es überzeugt durch seine große Praxisnähe. Ich kann es nur allen empfehlen, die der englischen Sprache mächtig sind und Interesse daran haben, ihre eigenen Arbeitsprozesse zu verbessern.




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